Aktives Stadtzentrum
Wedding Müllerstraße

Leopoldplatz

Geschichte trifft kulturelle Vielfalt – Gemeinsam einen Platz für alle entwickeln 
(läuft seit 2009)

Der Leopoldplatz bildet gemeinsam mit dem Rathausplatz das Herzstück der Müllerstraße. Die Situation am Leopoldplatz wird seit längerem durch Probleme wie Verschmutzung, Alkoholismus und Drogenkriminalität geprägt. Die vorhandenen Qualitäten des Platzes wie die alte Nazarethkirche von Karl Friedrich Schinkel, ein Wochenmarkt sowie Spiel- und Aufenthaltsbereiche werden somit kaum wahrgenommen.

Die große Unzufriedenheit aller Akteure über die Nutzungen und Nutzbarkeit des Leopoldplatzes und die geringe Aufenthaltsqualität erfordert ein ganzheitliches Gestaltungs- und Nutzungskonzept für den Platz. Es soll dazu beitragen, die Qualitäten des Platzes für alle Nutzer und Nutzerinnen wieder wahrnehmbar zu machen. Es sollen Lösungen erarbeitet werden, die den unterschiedlichen Anforderungen der einzelnen Gruppen am Platz (Gewerbetreibende, Anwohner, Kinder- und Jugendliche, Trinkergruppen, Kirchengemeinde) gerecht werden.

Eine enge prozessbegleitende Zusammenarbeit besteht mit dem Runden Tisch Leopoldplatz, der als Multiplikator gewonnen werden konnte und sich seit längerem bemüht, Lösungsansätze für den Leopoldplatz zu erarbeiten. Die Mitglieder des Runden Tisches, die Stadtteilvertretung Müllerstraße sowie viele engagierte Bürgerinnen und Bürger haben sich 2010 in die Erarbeitung eines Gesamtkonzeptes für den Leopoldplatz eingebracht. Das Konzept „Geschichte trifft kulturelle Vielfalt – Gemeinsam einen Platz für alle entwickeln“ fußt auf folgenden vier Bausteinen:

Baustein A – Nutzungsvielfalt durch kulturelle Belebung (läuft seit 2010)

Dass sich was tut auf dem Leopoldplatz, zeigt sich immer wieder durch die vielen verschiedenen Veranstaltungen und Aktionen auf dem Platz. 2010 konnte auf Initiative des Runden Tisches Leopoldplatz und durch das Zutun vieler engagierter Kulturschaffender des Wedding und von Anwohnerinnen und Anwohnern z.B. erstmalig die Fête de la Musique auf dem Leo gefeiert werden. Die Aktion „White Wedding“ hat Nachbarn in der Allee zu einem gemeinsamen Essen zusammengerufen und auch der wieder ins Leben gerufene Weihnachtsmarkt ist mit dem Kunst- und Kulturweihnachtsmarkt wieder auf den Leopoldplatz zurückgekehrt und war ein Erfolg. Viele Ideen entstehen dabei am Runden Tisch Leopoldplatz oder in der Stadtteilvertretung und werden gemeinsam mit den Akteuren vor Ort umgesetzt.

Auch in 2011 soll es wieder ein buntes Programm auf dem Leopoldplatz geben, das Anlass ist für Begegnungen von alt eingesessenen Weddingerinnen und Weddingern und auch neuen Besucherinnen und Besuchern die eingeladen sind, die schönen Seiten des Wedding kennen zu lernen.

Baustein B – Bauliche Umgestaltung (Planung läuft seit 2010)

An der landschaftsplanerischen Umgestaltung arbeitet seit 2010 das Planungsbüro Frank von Bargen, das mit der Konzepterstellung und späteren Umsetzung beauftragt wurde. Der Leopoldplatz soll demnach in verschiedene Teilflächen gegliedert werden (Umgestaltungsplanung Vision 2013 siehe Downloads).

Vorne an der Müllerstraße ist ein Stadtplatz vorgesehen. Dieser soll Besucherinnen und Besucher zum Verweilen einladen. Die Planungen sehen Varianten vor, in denen die alte Brunnenanlage reaktiviert oder ein neues Fontainenfeld anstelle des alten Brunnens auf dem Platz angelegt wird. Überlegt wird auch, ob ein Pavillon mit gastronomischer Nutzung auf dem Platz errichtet werden soll, um mehr Leben auf dem Platz zu erreichen. Erhalten werden soll in jedem Fall der Markt und die Möglichkeit dort größere Veranstaltungen durchzuführen.

Hinter der Alten Nazarethkirche schließt eine Parkfläche an, auf der ein größerer Spielplatz mit Liegewiese und ein Aufenthaltsbereich entstehen sollen. Die Neue Nazarethkirche soll einen repräsentativen Vorplatz bekommen auf dem im Sommer Boule gespielt werden kann. Der Spiel- und Sportbereich hinter der Kirche bleibt erhalten.

Verbunden werden die einzelnen Bereiche durch das Aktionsband entlang der Promenade der Nazarethkirchstraße, auf der neue Treffpunkte durch zahlreiche Sitz- und Spielelemente geschaffen werden sollen. Das Konzept sieht neben dem Fällen von Bäumen auf dem vorderen Platz an der Müllerstraße auch die Neupflanzung auf der Parkfläche vor.

Die Umgestaltungsplanung soll ab 2011 schrittweise umgesetzt bzw. in Teilen noch weiter konkretisiert werden.

Baustein C – Gemeinwesenbezogenes Platzmanagement (läuft seit 2010)

Neben der baulichen Umgestaltung des Leopoldplatzes soll der Platz zukünftig auch neue Nutzergruppen wie Senioren, Familien mit Kindern, junge Menschen aus dem Wohngebiet und Kunden der anliegenden Geschäfte zum Verweilen einladen.

Ein Team von Sozialarbeiterinnen und Sozialarbeitern von Gangway e.V. bildet das „Team Leo“ als gemeinwesenbezogenes Platzmanagement und unterstützt den nachhaltigen Veränderungsprozess, indem es auf die vielschichtigen Problemlagen der unterschiedlichen Personengruppen auf dem Platz und in der Wohnumgebung eingeht, versucht Konflikte zu lösen, in konkreten Problemlagen zu helfen und die Nachbarschaftsarbeit zur kulturellen Belebung des Platzes zu unterstützen.

Ganz nach dem Motte „Geschichte trifft kulturelle Vielfalt – Gemeinsam einen Platz für alle entwickeln“ setzt das Konzept auf ein „MITEINANDER“ und nicht auf eine Verdrängung von einzelnen Gruppen. Alle sollen in den Veränderungsprozess einbezogen werden, so dass für jeden geeignete Aufenthaltsbereiche entstehen. Es sollen gemeinsame Regeln aufgestellt und diese auch durchgesetzt werden. Das „Team Leo“ vermittelt zwischen den Interessen der unterschiedlichen Nutzergruppen und arbeitet mit den bestehenden sozialen Projekten, dem Ordnungsamt und der Polizei zusammen.

Das Team Leo ist zu erreichen unter:

teamleo[at]gangway.de
mit Sitz in der Konfliktagentur am Sparrplatz
Sparrstraße 19, 13353  Berlin

Baustein D – Verbesserung der Sicherheit (läuft seit 2010)

Das Thema Sicherheit spielt eine wichtige Rolle bei der Umgestaltung und Neubelebung des Leopoldplatzes. Bewohnerinnen und Bewohner meiden den Leopoldplatz nicht zuletzt, weil sie sich dort unsicher fühlen. Maßnahmen wie die Wegnahme von Hecken, in denen Drogen versteckt werden können, dichter Vegetation die den Platz uneinsehbar macht oder ein wirkungsvolles Beleuchtungskonzept sollen das Sicherheitsgefühl bei den Besucherinnen und Besuchern des Platzes steigern. Zusätzlich bekämpft die Polizei konsequent den Drogenhandel vor Ort und auch die BVG versucht mit ihren Sicherheitskräften für mehr Ruhe und Ordnung rund um den U-Bahnhof zu sorgen. Angestrebt wird die zunehmende Vernetzung und Zusammenarbeit der verschiedenen Ordnungskräfte vor Ort auch mit den Anliegern damit im Notfall schnell reagiert werden kann. Wichtig ist jedoch die Vereinbarung von klaren Regeln für das Zusammenleben auf dem Platz und das Wecken von Verständnis für die Belange der jeweils anderen. Daran arbeitet u.a. as Team Leo. Wenn es gelingt das zu erreichen, kann vielleicht vielen Notsituationen von vorne herein vorgebeugt werden.

 

Aktueller Planungsstand:

  • Erste Maßnahmen auf dem vorderen Leopoldplatz im Frühjahr 2011 (erste Baumfällungen, Heckenentfernung und Pflasterarbeiten auf dem vorderen Leopoldplatz)
  • Fertigstellung der Ausführungsplanung für den 1. und 2. Bauabschnitt
  • Suche nach einer Zwischennutzung für den vorderen Leopoldplatz
  • Eröffnung des neuen Aufenthaltsbereichs für die lokale Trinkerszene (weiterlesen…)
  • Eröffnung des Café Leo auf dem vorderen Leopoldplatz (weiterlesen…)
  • Fertigstellung des Spielplatzes auf dem Leopoldplatz an der Nazartethkirchstraße Ecke Turiner Straße (weiterlesen…)

 

Weitere Informationsmaterialien zum Projekt finden Sie auf unserer Downloadseite.

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